Linsen, Bohnen, Kichererbsen: Trocken oder aus der Dose?
Kichererbsen, rote Linsen, weiße Bohnen: Im Herbst landen bei mir wieder deutlich mehr Hülsenfrüchte im Topf, weil sie satt machen und dabei kaum etwas kosten. Nur stehe ich beim Einkaufen jedes Mal vor der gleichen Frage. Nehme ich den Trockenbeutel oder greife ich zur Dose? Beides hat seinen Platz in der Küche, aber aus unterschiedlichen Gründen.
Der Preisunterschied ist größer, als man denkt
Getrocknete Hülsenfrüchte sind pro Portion spürbar günstiger als die vorgekochte Variante aus der Dose, bei manchen Sorten fast um die Hälfte. Das liegt daran, dass du in der Dose vor allem Wasser mitkaufst und mitbezahlst, während die getrocknete Ware fast nur aus dem eigentlichen Lebensmittel besteht. Rote Linsen sind da der Extremfall: Sie sind ohnehin schon eine der günstigsten Proteinquellen im Supermarkt, und in Dosenform gibt es sie kaum, weil sie beim Kochen ohnehin schnell gehen.
Wann sich die Dose trotzdem lohnt
Wenn's schnell gehen muss, gewinnt die Dose. Kein Einweichen, kein Kochen, einfach abspülen und rein in die Pfanne. Für ein Feierabend-Curry oder einen schnellen Salat ist das oft die realistischere Option, gerade wenn man erst nach der Arbeit an den Herd kommt. Bei Kichererbsen und weißen Bohnen greife ich deshalb öfter zur Dose als bei Linsen, weil die getrockneten Varianten hier eine längere Kochzeit und meist auch Einweichzeit brauchen.
Einweichen: was wirklich nötig ist
Kichererbsen und die meisten Bohnensorten brauchen ein Einweichbad von mehreren Stunden, am besten über Nacht, sonst dauert das Kochen ewig und das Ergebnis wird ungleichmäßig gar. Rote und gelbe Linsen dagegen brauchst du gar nicht einzuweichen, die sind ohne Vorlauf in etwa 15 bis 20 Minuten weich. Braune und grüne Linsen liegen dazwischen und vertragen ein kurzes Einweichen, zwingend nötig ist es aber nicht. Wer das Einweichen vergisst, kann getrocknete Bohnen notfalls auch heiß einweichen: kurz aufkochen, vom Herd nehmen, eine Stunde ziehen lassen, dann normal weiterkochen.
Vorkochen und einfrieren als Mittelweg
Der Trick, mit dem ich beides unter einen Hut bekomme: einmal eine größere Menge getrocknete Bohnen oder Kichererbsen kochen und portionsweise einfrieren. Danach hast du die günstige Trockenware, aber die Bequemlichkeit der Dose, weil die Portion nur noch aufgetaut werden muss. Praktisch ist das vor allem an einem Kochtag, an dem der Topf ohnehin schon auf dem Herd steht, dann kocht eine doppelte Menge kaum mehr Zeit oder Energie.
Nährwert: kein großer Unterschied
Beim Eiweiß- und Ballaststoffgehalt nehmen sich Dose und Trockenware nicht viel, solange du das Abtropfwasser aus der Dose weggießt und die Hülsenfrüchte kurz abspülst. In der Dosenflüssigkeit steckt oft zusätzliches Salz, das du dir so sparst. Getrocknete Hülsenfrüchte haben minimal die Nase vorn, weil beim industriellen Vorkochen für die Dose ein kleiner Teil der wasserlöslichen Vitamine verloren geht, spürbar ist das im Alltag aber kaum.
Häufige Fragen
Muss ich getrocknete Linsen einweichen?
Rote und gelbe Linsen nicht, die sind ohne Einweichen in rund 15 bis 20 Minuten fertig. Braune und grüne Linsen vertragen ein kurzes Einweichen, notwendig ist es aber nicht.
Wie lange halten sich getrocknete Hülsenfrüchte?
Trocken, luftdicht und dunkel gelagert halten sie sich problemlos ein bis zwei Jahre. Mit der Zeit werden sie etwas härter und brauchen dann eine längere Kochzeit, schlecht werden sie dadurch aber nicht.
Sind Bohnen aus der Dose ungesünder als getrocknete?
Nein, solange du das Dosenwasser abgießt und die Bohnen kurz abspülst, ist der Unterschied minimal. Du sparst dir damit auch einen Teil des zugesetzten Salzes.
Kann ich selbst gekochte Hülsenfrüchte einfrieren?
Ja, das funktioniert gut. Nach dem Abkühlen portionsweise in Gefrierbeutel oder Dosen füllen, dann hast du jederzeit eine schnell verfügbare Portion ohne lange Kochzeit.