Lohnt sich ein Airfryer? Wir haben die Stromkosten nachgerechnet
Kaum ein Küchengerät wird so gehypt wie die Heißluftfritteuse. Bei uns läuft sie tatsächlich fast täglich, aber nicht wegen des Hypes, sondern weil sich das auf der Stromrechnung bemerkbar macht. Wie viel genau, haben wir nachgerechnet. Vorweg: Ein Wundergerät ist der Airfryer nicht, und für manche Haushalte lohnt er sich schlicht gar nicht.
Die kurze Antwort
Ein typischer Airfryer-Einsatz kostet je nach Strompreis grob 10 bis 18 Cent. Der Backofen liegt für dasselbe Gericht eher bei 30 bis 50 Cent, weil er vorheizen muss und einen viel größeren Raum aufheizt. Pro Einsatz sparst du also realistisch 20 bis 30 Cent. Klingt nach wenig. Wer aber drei-, viermal pro Woche etwas macht, das sonst in den Ofen wandern würde, kommt auf etwa 50 bis 70 Euro im Jahr. Ein solides Gerät kostet 50 bis 100 Euro und ist damit nach gut einem Jahr bezahlt.
So haben wir gerechnet
Als Strompreis setzen wir 35 Cent pro Kilowattstunde an. Je nach Vertrag zahlst du aktuell zwischen etwa 25 und 40 Cent, rechne also gern mit deinem eigenen Wert nach.
Ein Airfryer hat meist 1.400 bis 1.800 Watt, heizt aber nicht durchgehend. Das Thermostat taktet, sobald die Temperatur erreicht ist. Bei einem typischen 20-Minuten-Einsatz landen real etwa 0,3 bis 0,5 Kilowattstunden auf dem Zähler, also rund 10 bis 18 Cent.
Der Backofen spielt in einer anderen Liga: Vorheizen plus 35 bis 40 Minuten Umluft summieren sich auf etwa 1,0 bis 1,4 Kilowattstunden, das sind 35 bis 50 Cent pro Einsatz. Der Unterschied kommt schlicht daher, dass du im Ofen 60 Liter Luft heizt und im Airfryer einen Bruchteil davon.
Der unterschätzte Vorteil: Zeit
Beim Geld hört die Rechnung nicht auf. Der Airfryer braucht kein Vorheizen, und die meisten Gerichte sind 25 bis 40 Prozent schneller fertig als im Ofen. Pommes, Ofenkartoffeln oder Hähnchenschenkel stehen unter der Woche spürbar früher auf dem Tisch. Für uns ist das im Alltag fast das stärkere Argument, gerade an Tagen, an denen um 18 Uhr alle Hunger haben.
Wann sich der Kauf nicht lohnt
Ehrlich gesagt gibt es drei Fälle, in denen du dir das Geld sparen kannst. Erstens: Du nutzt den Backofen sowieso kaum. Wer hauptsächlich auf dem Herd kocht, spart mit einem Airfryer fast nichts, denn ein Topf auf der Platte ist ähnlich effizient.
Zweitens: große Familien mit großen Blechen. In einen 5-Liter-Korb passen zwei, drei Portionen. Wer für fünf Leute backen will, braucht zwei Durchgänge, und dann schmilzt der Stromvorteil zusammen.
Drittens: Die Küche ist schon voll. Ein Airfryer steht im Weg, wenn er nicht regelmäßig läuft. Ein Gerät, das im Schrank wohnt, wird nicht benutzt, das ist bei uns Gesetz.
Worauf beim Kauf achten
Teurer heißt hier nicht besser. Die wichtigen Punkte: 4 bis 5 Liter Korbvolumen für 2 bis 4 Portionen, ein herausnehmbarer Korb mit Antihaftbeschichtung (am besten spülmaschinenfest) und ein Drehregler oder simple Tasten statt überladener Menüs. Doppelkammer-Geräte sind praktisch, aber deutlich teurer und größer, für den Einstieg reicht eine Kammer völlig. Auf Funktionen wie App-Anbindung kannst du getrost verzichten, die nutzt nach zwei Wochen niemand mehr.
Häufige Fragen
Verbraucht ein Airfryer wirklich weniger Strom als der Backofen?
Ja, für kleine und mittlere Portionen deutlich. Er heizt einen viel kleineren Garraum, braucht kein Vorheizen und ist schneller fertig. Pro Einsatz sind das grob 20 bis 30 Cent Unterschied. Nur wenn du sehr große Mengen in mehreren Durchgängen machst, schrumpft der Vorteil.
Was kostet eine Stunde Airfryer?
Auf Volllast zieht ein 1.500-Watt-Gerät 1,5 Kilowattstunden, das wären etwa 50 Cent pro Stunde. Real taktet das Thermostat aber, sodass eine Stunde eher 30 bis 40 Cent kostet. Die meisten Gerichte brauchen ohnehin nur 15 bis 25 Minuten.
Welche Größe brauche ich?
Für 1 bis 2 Personen reichen 3,5 bis 4,5 Liter, für Familien sind 5 bis 6 Liter sinnvoll. Wichtig: Die Lebensmittel brauchen Platz, damit die Luft zirkuliert. Ein zu voller Korb dämpft statt zu rösten.
Ersetzt der Airfryer den Backofen komplett?
Nein. Kuchen, große Aufläufe oder ein Blech für die ganze Familie bleiben Ofensache. Der Airfryer ersetzt den Ofen für die kleinen, schnellen Sachen, und genau da entsteht die Ersparnis.