Saisonal einkaufen im Herbst: Was jetzt günstig ist – und was nicht
Der Sommer räumt das Feld, der Herbst übernimmt – und mit ihm ein ganz anderes Gemüseregal. Kürbis, der noch vor ein paar Wochen kaum zu finden war, liegt jetzt in Kisten am Eingang. Pilze aus heimischem Anbau werden reichlich angeboten, Lauch und Wirsing füllen die Kühltruhen im Gemüseregal. Gleichzeitig ziehen ein paar Sommer-Lieblinge im Preis wieder an, weil die Freilandsaison zu Ende geht. Wer jetzt weiß, wo gerade Saison ist, kocht günstiger – ohne dafür groß umzudenken.
Was jetzt günstig ist
Kürbis ist der klare Star der Saison. Hokkaido, Butternut und die klassischen runden Sorten kommen ab September in großen Mengen in die Läden, meistens aus regionalem Anbau, und die Preise fallen entsprechend. Hokkaido hat den Vorteil, dass die Schale mitgegessen werden kann, das spart Arbeit und wird beim Wiegen nicht als Abfall mitbezahlt.
Pilze, vor allem Champignons, haben im Herbst eine ruhige, aber verlässliche Saison. Die Erntemengen sind hoch, der Preis bleibt stabil niedrig, und sie passen in fast jedes Gericht, das gerade sonst eher fad wäre. Auch Wirsing, Weißkohl und Blumenkohl werden jetzt reichlich angeboten, nachdem sie im Hochsommer eher eine Nebenrolle gespielt haben.
Lauch ist im Herbst und Winter durchgehend eine sichere Bank. Er wird regional angebaut, ist frosttolerant und taucht deshalb selten in den teuren Import-Regalen auf. Eine Stange kostet fast immer wenig, egal wie das Wetter gerade ist.
Bei Obst zieht der Herbst mit Birnen, Pflaumen und Zwetschgen nach. Sie haben eine kurze, aber intensive Saison, in der die Preise spürbar fallen – wer sie dann kauft, statt auf Äpfel aus dem Kühllager zu warten, zahlt oft deutlich weniger fürs Kilo.
Was jetzt teurer wird
Paprika und Zucchini, im Sommer noch Schnäppchen, verlieren mit dem Ende der Freilandsaison ihren Preisvorteil. Ab Oktober kommt die Ware wieder verstärkt aus Gewächshäusern in Spanien oder den Niederlanden, und der Kilopreis merkt das deutlich. Ein Blick auf die Herkunft im Regal zeigt meistens schon, woran man ist.
Beeren sind im Herbst praktisch aus dem Rennen. Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren, die im Sommer für ein paar Wochen erschwinglich waren, kommen jetzt wieder fast ausschließlich importiert und entsprechend teuer daher. Wer trotzdem nicht verzichten will, greift zu Tiefkühlware – die wurde im Sommer eingefroren und ist preislich meilenweit von der frischen Auslage entfernt.
Salat verliert im Herbst an Qualität und Preisvorteil gleichzeitig. Eisberg und Kopfsalat aus Freilandanbau werden knapper, Feldsalat kommt erst richtig in Fahrt, wenn es kühler wird. Dazwischen liegt eine Phase, in der Salat weder besonders günstig noch besonders knackig ist.
Der Kürbis-Trick, den viele vergessen
Kürbis wird oft nur als Suppe gedacht, dabei lässt er sich genauso gut würfeln, im Airfryer oder Ofen rösten und in Eintöpfe, Gulasch oder Bratlinge einarbeiten. Wer nur eine kleine Menge braucht, kann den Rest würfeln und roh einfrieren – er lässt sich später direkt aus der Tiefkühltüte weiterverarbeiten, ganz ohne Auftauen. So verschwindet nichts ungenutzt im Kühlschrank, während man auf das nächste Kürbisrezept wartet.
Dasselbe funktioniert bei Pilzen nur bedingt – sie werden nach dem Einfrieren weicher und eignen sich danach eher für Saucen und Eintöpfe als für eine knusprige Pfanne. Wer sie frisch mag, kauft lieber in kleineren Mengen nach, statt auf Vorrat zu horten.
Wocheneinkauf im Herbst sinnvoll planen
Der Vorteil der Herbstsaison ist, dass sich vieles davon gut hält, ohne dass man in Zeitdruck gerät. Kürbis, Kohl und Lauch verderben deutlich langsamer als Sommergemüse wie Zucchini oder Tomaten. Das erlaubt größere Einkäufe, ohne dass am Ende die Hälfte im Müll landet.
Sinnvoll ist trotzdem, sich vorher zwei oder drei Gerichte für die Woche zu überlegen, die dieselben Grundzutaten teilen. Ein halber Kürbis reicht oft für ein Ofengericht und noch für eine Suppe oder ein Gulasch am nächsten Tag. Wer das im Kopf hat, kauft gezielt die passende Menge, statt hinterher zu improvisieren.
Häufige Fragen
Muss ich Kürbis schälen, bevor ich ihn koche?
Bei Hokkaido nicht, die Schale wird beim Garen weich und lässt sich mitessen. Bei Butternut oder runden Kürbissorten ist die Schale meist fester und wird üblicherweise abgeschält.
Wie lange hält sich ein ganzer Kürbis ungeschnitten?
Kühl, dunkel und trocken gelagert mehrere Wochen, bei manchen Sorten auch länger. Angeschnitten gehört er in den Kühlschrank und sollte innerhalb weniger Tage verbraucht werden.
Lohnt sich Lauch aus dem Discounter genauso wie vom Markt?
Preislich meistens ja, da beide Quellen überwiegend regionale Ware führen. Unterschiede gibt es eher bei der Frische einzelner Stangen, die sich im Laden mit bloßem Auge prüfen lässt.
Was mache ich, wenn ich zu viel Kürbis gekauft habe?
Roh würfeln und einfrieren funktioniert gut und spart das Vorkochen. Alternativ lässt er sich geröstet portionieren und einfrieren, dann direkt für die nächste Suppe oder das nächste Gulasch verwenden.